Angekündigte Segnungen von "ELGA"

             

Vorteile und Nutzen von e-Health laut BMGF:

e-Health kann indirekt einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit und zu den Standards der Gesundheitsversorgung leisten. e-Health kann wesentlich zur Steigerung der Qualität und Effizienz beitragen und einen Mehrwert in der Gesundheitsversorgung schaffen. Die folgenden Beispiele sollen den Nutzen und die Nützlichkeit von e-Health veranschaulichen:

5.1 Effizienz

Durch die rasche Verfügbarkeit von Daten und Informationen können redundante, unnotwendige Mehrfachuntersuchungen vermieden werden. Wenn Daten aus anderen Informationssystemen sofort nach deren Dokumentation zur Verfügung stehen, können rascher Entscheidungen getroffen werden bzw. langwierige Rechercheprozesse vermieden werden, was wiederum zu einer Verkürzung der Belagsdauer führen kann.

Langfristige institutionsübergreifende Behandlungen können als Behandlungspfade für Disease Management Programme in Informationssystemen abgebildet werden und es kann ein optimales Patientenmanagement organisiert werden.

5.2 Effektivität

Durch die Nutzung von Wissensdatenbanken und durch die Abbildung von institutionsübergreifenden Standards und Leitlinien in Informationssystemen kann der aktuelle Wissensstand rasch verfügbar gemacht werden und Patienten können die optimale Behandlung erhalten. Wissensmanagement ist auch die Grundlage für eine ergebnisorientierte Behandlung.

5.3 Sicherheit

Durch den Einsatz von entscheidungsunterstützenden Systemen kann die Sicherheit der Behandlungsprozesse substantiell erhöht werden. Dies reicht von der automatischen Erstellung von „Warnings" z.B. bei Unverträglichkeiten oder der Überprüfung von negativen Wechselwirkungen von Medikamenten, den Hinweisen auf bereits erfolgte Untersuchungen bis hin zur automatischen Überprüfung von Trends beim Monitoring von Biosignalen.

5.4 Rechtzeitigkeit

Case und Disease Management Programme sind ohne e-Health nicht möglich. Durch die bessere Verfügbarkeit von Daten können Risken früher erkannt werden. e-Health wird aber auch dazu führen, dass Warteschlangen abgebaut werden, weil ein besseres Management der Ressourcen möglich ist. Durch ein e-Health unterstütztes Patientenmanagement wird es auch zur Reduktion von Wartezeiten kommen.

5.5 Chancengleichheit

Durch den Einsatz telemedizinischer Verfahren kann ortsunabhängig ein Zugang zu Centres of Excellence hergestellt werden.

Die Analyse der Daten ermöglicht es, Schwachstellen im Gesundheitssystem zu identifizieren und für spezielle Regionen oder Gruppen Massnahmen zu ergreifen.

Interaktive Gesundheitsinformationssysteme und e-Learning Programme erhöhen das Verständnis für Prävention, Diagnose und Therapie und erhöhen die Compliance.

Die IKT-Strategie nimmt aktiv darauf Rücksicht, allen Bürgerinnen und Bürgern zu nützen und keine Personengruppen auszugrenzen.

5.6 Patientenzentriertheit

Patienten können aus den von e-Health angebotenen Dienstleistungen einen direkten Nutzen ziehen. Wenn beispielsweise wesentliche Daten für eine Anamnese, wie z.B. die letzten Arztkontakte, die verordneten Medikamente usw. bereits digital zur Verfügung stehen, kann auf die jeweils individuellen und aktuelle Probleme rascher eingegangen werden. Erinnerungsfunktionen z.B. über Handy oder per e-mail und andere Kommunikationskanäle unterstützen diese Prozesse
 
Quelle: Entwurf für eine österreichische E-Health Strategie; Nov. 2005, S.12f. (siehe Links)

 

Das zentrale Element im eHealth ist ELGA

Die elektronische lebensbegleitende Gesundheitsakte ELGA soll die Kommunikation erleichtern, Befunde effizienter machen und durch Vermeidung von Mehrfach-Untersuchungen auch Kosten sparen. "Für den Patienten gibt es mehr Sicherheit, weil relevante Informationen wie Arzneimittelunverträglichkeiten oder Allergien für alle behandelnde Ärzte sofort vorliegen", erklärte Maria Rauch-Kallat am 31. August 2006 zum Auftakt der Gesundheitsgespräche beim diesjährigen Europäischen Forum Alpbach.
Die Gesundheitsakte ist die Vernetzung patientenbezogener Gesundheitsinformationen, die künftig als "virtueller lebenslanger Gesundheitsakt" orts- und zeitunabhängig vernetzt werden und berechtigten Personen wie Ärzten und Pflegern zur Verfügung stehen. Ein "sehr strenges Berechtigungssystem" soll Missbrauch verhindern, so die Bundesministerin.
 
Quelle: http://www.bmgf.gv.at/cms/site/detail.htm?thema=CH0015&doc=CMS1156855216486 

 

Es scheint, als könnten alle Probleme im Gesundheitswesen durch zentralistische Digitalisierung gelöst werden.

  

Weiterführende Links:

BM f. Gesundheit und Frauen:
  
E-Health-Themenseite des BM f. Gesundheit und Frauen
   Entwurf für eine österreichische E-Health Strategie; Nov. 2005; (pdf-Dokument; Größe ca. 1 MB!)
e-Health-Initiative: http://ehi.adv.at/  
"Die e-Health-Initiative will eine österreichweite Strategie und Vorgehensweise für den Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien im Bereich des Gesundheitswesens erarbeiten."
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information
Wikipedia: Elektronische Patientenkarte

 

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  1. Arzt/TherapeutIn/ „therapeutisches Team“ sind  primär dem Vertrauen des Patienten verpflichtet (Hippokratischer Eid):

    1. Der Patient ist die/der alleinige Herr(in) über ihre/seine persönlichen Daten:
      +) Die originalen Gesundheitsdaten bleiben weiterhin lokal im System der/s jeweiligen „therapeutischen Teams“ gespeichert.
      +) Als "therapeutisches Team" sind die unmittelbar behandelnden TherapeutInnen/Ärzte zu verstehen und nicht etwa die Ärztekammer, Krankenkassen, etc. Nicht die Ärztekammer legt den Hippokratischen Eid ab, sondern der einzelne Arzt als Person.
      +) Ohne Zustimmung des Patienten im konkreten Fall keine Weitergabe von Daten.
      +) Ohne Zustimmung des Patienten im konkreten Fall keine „Lagerung“ von Daten (auch nicht von Kopien oder Links dieser)  im (halb)öffentlichen Raum einer ELGA. (Prinzip der Freiwilligkeit des Patienten)
      +) Lediglich Hinweise auf Gesundheitsdaten (Links) dürfen in die ELGA gestellt werden; - Und das auch nur zeitlich begrenzt und im Hinblick auf einen konkreten Vorgang (Rezept; Verordnung;..)
      +) Dauerhaftes Ablegen von Daten außerhalb der Praxen (sog. Historien) ist äußerst riskant.
       

    2. Es sollen Standards entwickelt werden, wie die einzelnen TherapeutInnen/ÄrztInnen/Gesundheitsdiensteanbieter (GDA) mithilfe der elektronischen Medien (papierlos) kommunizieren können:
      +) Die direkte Kommunikation zwischen einzelnen Ärzten/TherapeutInnen ist eindeutig zu favorisieren gegenüber der indirekten über sogen. „Datendrehscheiben“, „Peering-Points“, etc.
      +) Standardisierte Zustimmungserklärungen bezüglich der Weiterverwendung von Gesundheitsdaten, die die bestmögliche Information der Patienten sichern, sind längst und dringlichst nötig.
      +) Gesundheitsdaten müssen verschlüsselt zwischen verschiedenen GDA ausgetauscht werden (siehe Gesundheitstelematik-Gesetz).
       

  1. Kein Arzt / TherapeutIn kann zur Teilnahme am e-Health (ELGA) gezwungen werden:

    1. Die Theorie geht davon aus, dass Doppeluntersuchungen vermieden werden, wenn jedem Arzt/TherapeutIn alle Ergebnisse vorangegangener Untersuchungen bekannt sind. Ein gewissenhafter Arzt/TherapeutIn wird sich aber schon aus haftungsrechtlichen Gründen nicht auf die Befundergebnisse und Untersuchungen der vorbehandelnden Ärzte verlassen können. (Prinzip der Freiwilligkeit des Therapeuten)
       

    2. Ärzte / TherapeutInnen entscheiden über therapeutische Maßnahmen und nicht zentralistische Datenbanken/Software:
      +) Disease-Management-Programme (DMP) sind auch ohne bürokratischem Zentralismus möglich. (Vgl. Punkt 1b) Die Entscheidung, welchem "therapeutischem Team" der chronisch kranke Mensch vertraut, kann und darf die Bürokratie nicht übernehmen.
      „Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass eine kontinuierliche medizinische Beobachtung und Versorgung als 'ineffizient' in Mißkredit gerät und damit verloren geht. Fehlende, falsche oder verspätete Behandlung führt jedoch rasch zu einer teuren 'Reperatur'medizin.“ (ARGE DATEN)

    1. Dem Arzt / der TherapeutIn dürfen durch die Teilnahme am e-Health-System keine zusätzlichen administrativen Kosten oder Benutzungsgebühren erwachsen.
      +) Keine „Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen“ zB der KK auf dem Rücken der TherapeutInnen!
      +) Dezentrale, viel-knotige Systeme sind weitaus flexibler, stabiler und billiger als zentralistische. (BlackOut-Gefahr)

 

Weiterführende kritische Links:

Initiative ELGA: http://www.initiative-elga.at
"Achtung!: e-Health kann Ihre Karriere gefährden."
Wiener Ärztekammer: 
   E-Health: Ärztekammer warnt vor Datenmissbrauch
, 14.11.2006
   Elektronische Krankenakte muss in den Ärztekammer-Tresor, 04.07.2006
ARGE DATEN: Gesundheitsdaten und Sicherung der Privatsphäre, 16.11.2006
E-Card Tagebuch Dr. Euler/Hausärzteverband 
(Die nüchterne Praxis hat noch jede gloriose Theorie entzaubert.)
Verband Österreichischer Medizinsoftware-Hersteller (ÖMS):
   e-card: „Zentrale Strukturen extrem fehleranfällig“; Pressetext 28.09.2005
   "Die Zusammenfassung aller sensiblen Gesundheitsdaten an einem einzigen Punkt, dem sogenannten Peering Point, macht das System extrem fehleranfällig und öffnet einem möglichen Datenmissbrauch Tür und Tor."
   e-card: "Datensicherheit akut gefährdet";  Pressetext 30.05.2005
   Gesundheitsdaten: Mehr oder weniger vertraulich; "Kurier" 26.06.2006
Dr. Thilo Weichert: Disease Management Program (DMP) und Datenschutz; Unabhängiges Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein; September 2002
heise online: 
   Elektronische Gesundheitskarte: Der Blick über die Grenzen
    eHealth: Big Business in den Startlöchern
   Österreichs Gesundheitsministerium reagiert auf Big Brother Award; 05.11.2005
  
Heftige Kritik an österreichischer Lösung für die elektronische Gesundheitskarte; 28.03.2005
   "Den Obmann der ARGE Daten, Hans Zeger, erinnert das geplante Modell an eine stalinistische Diktatur: 'In Nordkorea hat das Internet auch nur einen Knoten. Wenn ein Nordkoreaner eine Homepage aufrufen will, muss diese vorher von einem Zensor freigeschaltet werden. Es ist völlig unglaublich, dass es auch in Österreich bald so etwas geben soll.'"
heise online: 
Thomas Maus, Uni Karlsruhe: Elektronische Gesundheitkarte und Gesundheitstelematik: 1984 reloaded ?
(pdf-Dokument; Größe ca. 2,8 MB!)
medizin.de: Klinik-IT: Schlüsselfunktion oder Problemfall?
"Im Dezember 2004 stellte der Chaos Computer Club ein Gutachten vor, demzufolge die Sicherheitsschlüssel für die digitale Gesundheitskarte und Patientenakte problemlos geknackt werden konnten."